Der Tierarzt für Ihre Reptilien - Diagnostik & Therapie

Diagnostik und Therapie gehören zu den wichtigsten Bereichen der Medizin. So werden diagnostische Maßnahmen sowohl bei Vorsorgeuntersuchungen als auch für die Ursachenfindung im Krankheitsfalle durchgeführt. Je nach Befund sind im Anschluss therapeutische Maßnahmen festzulegen, um die Gesundheit des Tieres wieder herzustellen bzw. zu erhalten.

Diagnostik

Allgemeine Untersuchung

Bei der allgemeinen Untersuchung wird eine adspektorische (d.h. optische) sowie palpatorische (d.h. tastende) Begutachtung durchgeführt.
Ebenso wir die Vorgeschichte des Tieres mit dem Besitzer besprochen. Bereits vor dem Herausnehmen des Tieres für die Untersuchung werden das Befinden und Verhalten eingeschätzt und die vom Besitzer beobachteten Auffälligkeiten besprochen. In der allgemeinen Untersuchung wird das Tier einer genaueren Betrachtung unterzogen.

Mikrobiologie

Bei der Mikrobiologie wird das Vorhandensein von Bakterien und Pilzen genauer untersucht. Dazu werden Tupferproben je nach Fragestellung von verschiedenen Bereichen des Reptils entnommen. Klassische Stellen sind Rachen und Kloake. Die gewonnenen Proben werden anschließend auf unterschiedliche Nährböden aufgetragen und im Wärmeschrank inkubiert. Anschließend erfolgt eine Auswertung mit Beurteilung der gewachsenen Keime. Bei Bedarf wird für eine anstehende antibiotische Behandlung ein Resistenztest durchgeführt, um das passende Antibiotikum für den individuellen Fall zu ermitteln.

Agarplatten

zur Anzucht der Proben. Je nach Agar werden gezielt Bakterien oder Pilze vermehrt.

Auftragen

 der Proben zur Kultivierung des Probenmaterials Hilfe des Tupfers.

Ausgewertet

wird die Probe nach einer definierten Bebrütungszeit

Röntgen

Auf der Röntgenbildaufnahme kann man unter anderem die Knochen und Organe des Reptils beurteilen. Man sieht die Größe und Dichte der jeweiligen Strukturen und kann beurteilen, ob dies mit dem Bild eines gesunden Tieres übereinstimmt oder ob man für die jeweilige Fragestellung typische Anzeichen findet (z.B. Bruch bei Frakturverdacht oder Eier bei Verdacht auf Legenot). Bei unklaren Befunden kann ein Kontraströntgen zur besseren Abgrenzbarkeit des Magen-Darm-Traktes und damit zur Diagnosesicherung beitragen. Ein weiterer Vorteil des Röntgenbildes ist die deutliche Sichtbarkeit von metallischen Fremdkörpern. Bei Verdacht, ist hier das Röntgenbild ebenfalls Diagnostikum der Wahl.

Blutuntersuchung

Die Untersuchung des Blutes kann sehr hilfreiche Informationen über den aktuellen Gesundheitsstatus liefern. In der Blutchemie werden vor allem die einzelnen Parameter der Organe beurteilt, um so einen Eindruck von deren Funktionalität zu gewinnen. In der Hämatologie werden die Blutzellen selbst begutachtet. Hier finden sich z.B. Hinweise auf vorliegende Entzündungsreaktionen und ob diese chronischen oder akuten Charakter haben. Mit diesen Informationen kann man die Gesundheit im Rahmen von Routinekontrollen und Ankaufsuntersuchungen einschätzen oder bei Vorliegen von Erkrankungen wertvolle Informationen auf die Ursache und/oder den Schweregrad der Erkrankung erhalten.

Endoskopie

Die Endoskopie hat sich in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Verfahren in der Vogel- und Reptilienmedizin entwickelt. Sie bietet gerade bei Exoten vielfältige Einsatzmöglichkeiten wie Geschlechtsbestimmung, Chirurgie, Diagnostik und die Entnahmen von Probenmaterial -sogenannten Biopsien- zur weiteren Untersuchung innerer Organe.

Tierarzt Dr. Heiner Müller bei der Endoskopie eines Spixara in AWWP, Qatar

Follikel auf dem Eierstock eines weiblichen Jemenchamäleons

Parasitologie

Parasiten spielen in der Reptilienhaltung eine wichtige Rolle. Hierbei unterscheidet man zwischen Ektoparasiten (außerhalb des Tieres lebende Parasiten) und Endoparasiten (v.a. innerhalb des Tieres lebende Parasiten). Diese können den Gesundheitszustand des Tieres je nach Befallsgrad erheblich beeinflussen. Parasitologische Untersuchungen werden je nach Aufenthaltsort der Parasiten entweder durch äußere Betrachtung der Tiere (z.B. bei Milbenverdacht) oder per Anreicherungsverfahren wie zum Beispiel der Flotation bei Kotproben (v.a. bei Verdacht von Wurm- und Kokzidienbefall) durchgeführt. Auch Nativtupfer wie sie zum Nachweis von Flagellaten durchgeführt werden gehören in das Feld der Parasitologie. Unter Berichte sind einige Artikel zum Thema aufgeführt, die Tierarzt Daniel Neumann in seiner Zeit als Chamäleonzüchter im Mitteilungsblatt der Chamäleon-AG der DGHT veröffentlicht hat.

Fast alle parasitologischen Proben müssen mittels Mikroskop untersucht werden. Hier erfolgt die Auswertung mittels HD-Kamera am Bildschirm.

Fast alle parasitologischen Proben müssen mittels
Mikroskop untersucht werden. Hier erfolgt die
Auswertung mittels HD-Kamera am Bildschirm.

Parasiten können anhand ihres Aussehens und ihrer Größe genau bestimmt werden. Folgend einige Beispiele:

  • Kokzidien

    Sie gehören zu den Endoparasiten und sind vorwiegend im Darm zu finden. Sie können über eine Kotprobenuntersuchung nachgewiesen werden und sind deutlich kleiner als die Eier von parasitischen Würmern.

  • Milben

    Milben können meist schon mit bloßem Auge als kleine Punkte erkannt werden. Mikroskopisch ist die Diagnose dann eindeutig.

  • Würmer

    Verschiedene parasitische Würmer wie z.B. Oxyuren zählen ebenfalls zu den Endoparasiten. Auch ihr Nachweis gelingt über eine mikroskopische Kotprobenuntersuchung. Hier im Bild Oxyureneier.

Virologie

Im Bereich der Reptilienhaltung kennt man verschiedene virale Erkrankungen. Insbesondere für bereits vorhandene Bestände ist es sehr sinnvoll, den Infektionsstatus eines Neuzugangs vor Integration des Tieres zu kennen. Aber auch bei verdächtigen Symptomen ist eine Virusdiagnostik sinnvoll, um eine bessere Aussage über die Prognose machen zu können. Anhand von Tupfer- und/oder Blutproben kann der Infektionsstatus diverser viraler Erkrankungen überprüft werden.

Federn, Blut- und Tupferproben werden in der Vogelmedizin häufig für die Virusdiagnostik verwendet.

Ein sehr bekannter Virus bei Reptilien ist zum Beispiel das Herpesvirus der Landschildkröten

Chirurgie

Chirurgische Eingriffe werden aufgrund verschiedener Ursachen wie z.B. Frakturen, Verletzungen oder Legenot durchgeführt und können sich mehr oder weniger invasiv gestalten. Individuell wird entschieden, welche Operationstechnik und welches Narkosemanagement am optimalsten auf den jeweiligen Einzelfall passt.

Therapie

Nach gestellter Diagnose sind je nach Fall therapeutische Maßnahmen nötig, um die Gesundheit des Reptils wieder herzustellen. Dies kann zuhause oder auch stationär erfolgen und wird individuell zwischen Tierbesitzer und Tierarzt besprochen.

Die Behandlung Zuhause

Die einfachsten Behandlungsarten für die Umsetzung durch den Besitzer selbst ist die orale Eingabe von Medikamenten. Manchmal sind aber auch Injektionen etc. nötig. Die Größe und die Zutraulichkeit des Tieres spielen bei der Verabreichung durch den Besitzer eine erhebliche Rolle. Je kooperativer das Tier ist, desto einfacher gestaltet sich die Verabreichung der Medikamente.

Stationäre Behandlung

Für die stationäre Behandlung von Reptilien haben wir in unserer Praxis für jeden Fall entsprechende Unterbringungsmöglichkeiten in unserer Reptilienstation. So können wir die Tiere ihrer Größe, ihrem Infektionsstatus und dem Schweregrad der Erkrankung entsprechend unterbringen. Eine Behandlung durch das Praxisteam gewährleistet eine fachmännische Medikamentenapplikation und ständige Kontrolle des Tieres. Bei Bedarf kann sofort tierärztlich reagiert und gehandelt werden. Über den aktuellen Gesundheitszustand können sie sich täglich bei uns erkundigen und die aktuelle Vorgehensweise besprechen.

Teilansicht der Vogelstation des Exotengesundheitsteams

Pantherchamäleon während des stationären Aufenhalts


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